Die Sporthalle der JAS war brechend voll. Könnte etwas eng werden, dachte sich Karatetrainer Jörg Fichna vom BSV Ostbevern, als er durchzählte. 48 Karateka, 4 Trainer und sogar einige Zuschauer waren aus verschiedensten Bereichen Westfalens angereist um am sog. Tomo-Training (Tomo, jap. = Gemeinschaft) teilzunehmen. Diesmal war die Karateabteilung Yamauchi Yodo vom BSV der Gastgeber, und es begann gleich mit einem dynamischen Fitnesstraining der besonderen Art. Nach wenigen Minuten war allen Teilnehmern klar, dass es kein Spaziergang werden würde. Clyde White, Sensei 3. Dan, aus Bad Oeyenhausen schliff die Gemeinschaft 45 Minuten lang durch die Halle, und die meisten sehnten sich danach schon nach einer ausgedehnten Pause, aber jetzt fing es erst richtig an. In drei Gruppen aufgeteilt unterrichteten die Sensei Jean-Claude C. (Herford), Michael Surkau (Greven) und Jörg Fichna grundlegende bis spezielle Kampftechniken und Kumiteformen. Erst nach einer weiteren Stunde gab es endlich die ersehnte Pause. Ein Kuchenbuffet sollte alle Kareka für die abschließende Phase des Tomotrainings stärken - Kata.  Wieder in drei Gruppen zerlegt, wurden die Trainingsinhalte detailliert und ausgiebig geübt. Alle Teilnehmer und Trainer waren fokussiert und als Zuschauer konnte man die locker entspannte Armosphäre spüren, die sich durch die gemeinsamen Stunden zog. Für das Trainergespann und auch für den ehemaligen Loburger und leitenden Sensei Frank Stuckemeyer (5. Dan, Gütersloh) bestätigte sich erneut die tragende Grundidee des Tomotrainings: Stärkung der Gemeinschaft umliegender Karatedojos des S.K.I.D.-Verbandes, Vernetzung der Karateka und Austausch von Wissen. Jahrelang wurde dies nicht ernsthaft versucht, doch nun sehen sich alle Dojoleiter auf einem guten Weg. "Das Interesse der Karateka ist stark gewachsen," so Jörg Fichna. "Wir alle kennen uns teilweise seit Jahren und Jahrzehnten von gemeinsamen Lehrgangsbesuchen des S.K.I.D. auf regionaler und Bundesebene. Irgendwann wurde  uns Trainern klar, dass wir die Begeisterung für Karate auf regionaler Ebene noch besser fördern können, wenn wir uns regelmäßig zum Gemeinschaftstraining treffen. Es ist ein erhebendes Gefühl für uns Dojoleiter zu sehen, wie diese Idee sich durchgesetzt hat. Man kann fast schon von  einer "Tomo"-Marke sprechen, und genau das werden wir weiter voranbringen."